Der Dilek-Nationalpark wurde 1966 in Güzelcamli / Doganbey gegründet. Der höchste Berg misst 1237 Meter. Kiefernwälder bedecken ein Drittel des Parks. Es gibt Wanderwege und Buchten mit klasklarem Wasser. Kleinbusse fahren von Kusadasi direkt zum Millipark. Der Eintritt ist gebührenpflichtig und der Nationalpark wird abends geschlossen.

Eine Strasse führt durch den Park und die einzelnen Buchten sind ausgeschildert. Es gibt vier ofizielle Strände. In der ersten Bucht ist der Strand ICMELER, ein feiner Sandstrand mit klarem Wasser. In den Sommermonaten ist dieser Strand ein beliebtes Ausflugsziel.

Die zweite Bucht die folgt heisst AYDINLIK. Hier gibt es Kiesstrand mit glasklarem Wasser und einem schönen Restaurant. Es folgt der KALAMAKI Strand mit Grillplatz und zuletzt die Bucht KARASU. Hier endet der öffentliche Teil des Nationalparks.

Zum Glück findet man auch in den Sommermonaten ruhige Plätze zum Verweilen und Schnorcheln in dem glasklaren Wasser ist natürlich ein besonders Erlebnis.

Einige Kilometer hinter dem Aydinlik Strand erreicht man auf der linken Seite den Eingang zum Hauptwanderweg im Nationalpark. Es werden auch geführte Wanderungen angeboten. Der Dilek-Nationalpark ist mit einer Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern Wald der an Flora und Fauna reichste Nationalpark der Türkei. Der Nationalpark hat eine Küstenlaänge von 30 km und bietet vom Aussterben bedrohten Tierarten Platz.

Wer Lust und Zeit hat kann den Nationalpark bei einem Bootsausflug erleben. Die Ausflugsboote liegen im Hafen von Güzelcamli. Oder man besucht einmal die andere Seite vom Nationalpark . Mit dem Auto oder Bus ist `Karine` über die Strecke Söke zu erreichen.

 Hier ist noch ein schöner Bericht einer Freundin. Wer Geschichten mag sollte sich ein wenig Zeit zum Lesen nehmen...

Güvercin schrieb: Ich möchte an dieser Stelle mal in Erinnerungen schwelgen.
Früher, vor über 20 Jahren, fuhr nach Kalimaki, so sagte man es, wenn es zum Milli Park ging. Kalimaki, das war der Name für die Kavakli Bucht, die Dritte und damals die letzte öffentlich zugängliche Bucht. Damals waren die Wildschweine noch nicht so zutraulich, sie liessen sich erst gar nicht blicken und Dolmusverbindungen gab es auch noch nicht, ganz zu schweigen von den Restaurants. Es gab schon die Duschen, WC, Umkleidekabinen, Wasserstellen, Tische und Bänke, die Liegen und Schirme.

Man durfte im Milli Park grillen! Die Leute kamen dann mit Sack und Pack. Mutter packte dann sofort das Hackfleisch aus um den Köfteteig zu kneten, damals schon von den Wespen umschwärmt. Vatter sammelte trocknen Reiser, Piniennadeln um dann die Holzkohle damit anzünden zu können. Entweder brachte man den Grill von zu Hause mit oder man nutzte die fest betonierten Grillstellen mit Rost auf dem Boden. Der Tisch wurde dann gedeckt, die Kinder vergnügten sich so lange am Strand. Der Vater grillte dann die Köfte und die Familie fand sich dann am Tisch ein.

Folkloristisch wurde es, wenn die Grossfamilien von den Dörfern mit Traktor und Anhänger anreisten. Die Tische an der günstigsten Stelle wurden belegt, ein grosser Kilim wurde im Schatten der Bäume ausgebreitet. Zwischen zwei Bäumen wurde eine Leine doppelt gespannt. Mit Hilfe dieser Leine, einer Wolldecke und zwei Stöcken wurde ein Wiege für das Baby oder Kleinkind gebastelt. Der Vater kümmerte sich wie gehabt um den Grill, die Frauen kümmerten sich in Begleitung der Wespen umd das Grillgut und bereiteten Salate und deckten den Tisch. Die Kinder gingen an den Strand. Dann wurde die Picknickgasflasche angsteckt und die Teekanne kam darauf, damit der Tee für nach dem Essen auch rechtzeitig war. Dann war es so weit. Die Kinder wurden vom Strand zu Tisch gerufen, Oma und Opa kamen auch dazu und es wurde gegessen. Die Männer tranken auch R a k i zum Essen. Nach dem Essen und Tee wurde das Geschirr gespült, die Teekanne neu aufgsetzt. Die Kinder spielten im Schatten, die Erwachsenen, besonders Oma und Opa, machten es sich auf dem Kilim bequem und dösten oder schliefen.

Nach einiger Zeit ging es an den Strand. Die Kinder hatten sowieso Badehose oder Badeanzug an oder die kleineren Jungen gingen mit der Unterhose bekleidet schwimmen. Die Frauen, weil sie vielleicht im Jahr nur 1 oder 2x ans Wasser kamen, leisteten sich keinen Badeanzug, gingen mit voller Montur an den Strand. Sie waren mit ihrer Şaval- schön kleingeblümt, Unterwäsche und T-Shirt bekleidet im Meer. Man geht ans Meer nicht um zu schwimmen, sondern um sich abzukühlen. Also stiegen die Frauen mit ihrer vollen Montur ins Wasser, bewegten ihre Arme im Wasser nach vorn und nach hinten, gingen mit dem Körper rauf und runter. Wenn sie genug hatten, setzten sie sich so nass wie sie waren an den Strand. Die ganzen Textilien klebten am Körper. Das sah sehr sexy aus. Aber ehrlich gesagt, nach dem dieser Erbakannahkampfanzug (Haşema) aufkam, habe ich Sehnsucht nach dem Anblick dieser Dorffrauen bekommen, denn das war Folkelore und hatte etwas natürliches an sich. Das ist meine Meinung. Nach der Abkühlung und wenn man einigermassen angetrocknet war, ging es wieder an den Tisch und es wurde Tee getrunken und die Wassermelone wurde geschlachtet. Am späten Nachmittag geht es wieder zurück nach Hause.

Heute ist es zum Teil auch noch so, nur anstatt die ganze Familie auf den Anhänger zu packen, wird dann mit mehreren Autos angereist. Grillen und andere Arten von offenem Feuer, dazu gehört auch die Campinggasflasche sind verboten. Und ohne Grillen schmeckt der Raki nicht, da kommen auch jetzt mehr Leute, die wegen der Rakikonsumenten fern blieben.

Für uns ist der Milli Park zu jeder Jahreszeit einem Besuch wert. Sogar die Kaffeetafel zur Goldenen Hochzeit meiner Eltern haben wir dort veranstaltet. Es war aber nur im engsten Familienkreis.

Unser Sohn und ich wollen auch mal die Schlucht durchwandern, man kommt dann in Doğanbey aus. Irgndwo habe ich mal den Hinweis gelesen, man solle ohne Anmeldung nicht die grosse Wanderung machen und wenn, dann möglichst mit einem Führer. Ich mag die Schlucht im Frühjahr, dann ist es nicht so warm und die Bäume und Sträucher blühen und es duftet dann so schön.

Das war also die Kalimaki Nostalgie. Danke, dass Ihr bis hierher durchgehalten habt.
Güvercin

P.S.: Ich habe noch vergessen: Ein bischen Vergnügen gehört auch noch zum Picknick. Nur Essen, ins Wasser gehen, Tee trinken und dösen ist nicht. Man hat auch noch ein Dümbelek (eine kleine Trommel, die unter dem Arm geklemmt "gespielt" wird) mit im Gepäck. Einer klopft auf dem Instrument, die anderen, hauptsächlich die jungen Mädchen und Frauen tanzen dazu.